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Yoga ist eine Methode, die Dir hilft klar zu denken - sei es über Dein Leben oder über Dein Selbst.

Zitat: Rod Stryker  

Wähle Deine Waffen! Energetische Symphonie oder Kakophonie? – Ein Blick auf die Prana Vayus

 

Fünf Pranas

Die Prana Vayus sind ein wichtiges Thema im Yoga – so wichtig, dass sie in fast jeder Yogalehrer-Ausbildung eine Rolle spielen. Doch leider – das ist zumindest mein persönlicher Eindruck – wird das Potential der fünf Prana Vayus danach von den meisten Yogalehrern völlig unterschätzt, wenn das Thema nicht gleich völlig vergessen wird.

Warum ich das so hart ausdrücke? – Weil es bei mir genau so war. Umso größer meine Augen und Ohren, als ich fast ein Jahr nach meiner ersten Ausbildung dann zu einer weiteren bei Rod Stryker in Dallas in seinem 5-Tagestraining „Vinyasa Krama“ saß und mir dämmerte, welches geniale Klaviatur der Energie die fünf Prana Vayus darstellen. Wir spielen jeden Tag darauf, ob wir davon wissen oder nicht (sic!), aber meistens verursachen wir eher eine energetische Kakophonie als eine energetische Symphonie. Dabei ist das Konzept der Prana Vayus gar nicht so kompliziert und man kann es leicht in seine Yogapraxis, wie in den Alltag einbringen. Mir ist noch heute ein Rätsel, warum ich das nicht sofort gesehen habe oder vielmehr es mir nicht gleich so unter die Nase gehalten wurde, wie es im ParaYoga bei Rod Stryker und im Viniyoga bei Gary Kraftsow (und vielleicht auch bei einigen anderen „Stilen“ von Beginn an der Fall ist).

Was sind denn nun die fünf Pranas? – Einfach gesagt sind sie die fünf Richtungsaspekte der Lebensenergie oder Prana. Sie wirken auf dem Level von Pranamaya Kosha, dem Energiekörper, aber sie beeinflussen auch den physischen Körper, auch Annamaya Kosha genannt, sehr stark. Ebenso die mentalen und intuitiven Aspekte unseres Seins, oder die Manomaya und Vijnanamaya Koshas, wenn Du diese Terminologie bevorzugst. Die Prana Vayus helfen oder behindern uns sogar, wenn wir in der Meditation tiefer eindringen wollen, über die Ebene der Glückseeligkeit oder der Anandamaya Kosha zu unserem ruhenden, absoluten Selbst, unserem Atman. Es gäbe also viele Gründe, sich die Prana Vayus zum Freund zu machen, wo wir doch auf nahezu jeden Aspekt unseres Lebens vom körperlichen bis zur höchsten spirituellen Erfahrung damit Einfluss nehmen können.
Im Einzelnen sehen diese Aspekte wie folgt aus:

  • Prana selbst ist der Energieaspekt, der uns von außen zu Gute kommt, uns also auf verschiedenen Ebenen Energie schenkt.
  • Udana ist der aufsteigende Energieaspekt, der viel mit unserer Ausdrucksweise, wie auch mit unserer mentalen, intellektuellen und emotionalen Agilität zu tun hat.
  • Apana ist der absteigende Energie-Aspekt, der viel mit Ausscheidung und Loslassen zu tun hat, wieder auf körperlich, mentaler und emotionaler Ebene.
  • Samana ist der zentrale integrierende Energieaspekt, der auf all den genannten Ebenen mit dem Verdauen zu tun hat.
  • Vyana ist der Energieaspekt, der auf allen Ebenen verteilt und in die Peripherie gerichtet ist (und wenn wir nicht aufpassen auch darüber hinaus, was zu massivem Energieverlust nach außen führen kann, wie bei Udana und Apana auch, wenn man energetisch gesehen ein löchriger Eimer ist …)

Fünf Pranas ÜbersichtDiesen fünf Aspekten werden oft körperliche „Sitze“ zugeordnet. Das ist insofern stimmig, als dass es tatsächlich körperliche Bereiche gibt, in denen sie stärker zum Ausdruck kommen, doch jede dieser Energieaspekte kann in jedem Teil des Körpers wirken! Zu starke Kategorisierung behindert also das Verständnis der Mächtigkeit dieser Energieprinzipien. Apana kann ich in die Kopfkrone bringen, Prana in die großen Zehen. Ich kann Samana in meinem Kopf wirken lassen, wie auch im Bauch, wo es gewöhnlich „angesiedelt“ wird. Ich kann Udana in der Stille nutzen (auch wenn oft die Stimmbänder als dessen Ausdrucksorgan genannt werden) und ich kann Vyana in jedem beliebigen Punkt des Körpers „isoliert spüren“, ohne das Herz zu beeinflussen, dem Vyana zugerechnet wird.
Das zweite große Hindernis im Verständnis der Prana Vayus als mächtiges Werkzeug ist der oft vorhandene Glaube, die fünf Prana Vayus müssten optimalerweise gleichmäßig wirken. Doch diese Ansicht führt wieder in die Sackgasse und behindert unseren kreativen Umgang mit den Energieaspekten. Entsprechend der ayurvedischen Zyklen hat jeder Energieaspekt schon mal seine eigene Zeit, ist also im Jahresverlauf wie im Tagesverlauf unterschiedlich ausgeprägt. Dazu kommt, dass jede – ich wiederhole: JEDE – Situation in uns einen völlig individuellen Mix aus den fünf Aspekten hervorruft. Das klingt komplex? – Ist es auch, aber weniger als man denkt. Denn natürlich rufen ähnliche Situationen und Erfahrungen ähnliche Muster in uns Menschen hervor. Darum haben gestresste Menschen untereinander bezüglich der fünf Pranas mehr energetische Gemeinsamkeiten als gestresste Menschen im Vergleich zu völlig entspannten Menschen.

Was bedeutet das für unsere Yoga-Praxis? – Ganz sicher eins: wollen wir energetischen Ausgleich finden, müssen wir die Aspekte stärken, die zu kurz kommen und Energie aus den Aspekten abziehen oder umlenken, die zu stark ausgeprägt sind. Kann man das mit einer einzigen Standardpraxis? – Du ahnst es: Nur sehr, sehr begrenzt. Vielleicht fragst Du Dich, warum dann Yogastile mit Standardpraktiken und begrenzter Variation so viel Zulauf haben? Nun, hier gilt dann, dass jede Gruppe ähnlicher energetischer Töpfchen auch ihr gemeinsames Deckelchen finden. Oder anders ausgedrückt, weil diese Standardpraktiken bestimmte energetische Dominanzen haben, ziehen sie ähnliche Leute an. Haben ein Ashtanga-Lehrer und ein Sivananda-Lehrer dasselbe Publikum? – Eher nicht! Das geht dann so weiter, dass natürlich auch zwei LehrerInnen einer Tradition unterschiedliche Energieaspekte haben und in ihren Stunden betonen, wenn auch auf feinerer Ebene als im zuvor genannten Vergleich zweier beliebig als Beispiel gewählter Yogastile. Das heißt, auch zwei LehrerInnen derselben Richtung ziehen aufgrund der Prana Vayu Aspekte unterschiedliche Leute an. Ergo haben die Prana Vayus auch viel mit dem Charakter zu tun, den wir ausdrücken.

Letzteres erweckt dann wieder den Anschein, dass alles doch irgendwie unveränderbar ist. Aber das stimmt nicht und lässt sich leicht widerlegen, wenn man Yogalehrern wie Rod Stryker oder Gary Kraftsow begegnet, die die energetische Parana Vayu Klaviatur so virtuos spielen, dass sie jeden beliebigen energetischen Aspekt mit einer Yogapraxis in einem hervorrufen können. Das reicht dann vom völligen überdreht sein (was ich ganz sicher für mich und meine Schüler nicht anstrebe) bis zur absoluten bleiernen Müdigkeit reichen kann. Macht man einmal diese Erfahrung wird einem erst mal klar, wie man selbst mit seinen Energien spielen kann. Doch für den Yogalehrer geht die Reise dann noch einen Schritt weiter: dass die Praxis für mich überdrehend wirkt heißt ja nicht, dass sie für niemanden nützlich ist. Wie wirkt sie denn auf jemandem mit ausgeprägter Antriebsschwäche? Oder dass ich mich bleiern müde fühle, heißt ja nicht, dass es nach dieser Praxis jedem so geht. Was ist denn mit jemandem, der zuvor völlig überdreht war, aus welchem Grund auch immer? Vielleicht schläft diese Person einfach mal zur Abwechslung ganz gut …

Vergiss das letzte „vielleicht“, denn das ist die symphonische Kraft der Prana Vayus. Man muss sie nur zu spielen wissen, so wie es beispielsweise im Viniyoga und im ParaYoga in jeder Stunde zur energetischen Anwendung kommt, durch gekonnte Variation der Asana-Kategorien mit ihren groben energetischen Wirkungen und den feineren Unterschieden der einzelnen Asanas in dieser Kategorie. Das führt dann eben leicht dazu, dass je nach gewünschtem Effekt auch mal gar kein Sonnengruß in der Stunde enthalten sein kann (Ich höre den Aufschrei!). Dasselbe gilt für die Atemführung während einer Stunde und ebenso die gewählten Pranayamas. Und Du ahnst es, es betrifft auch die Wahl der Konzentrations-, Achtsamkeits- und Meditationsübungen.

Was dann dabei heraus kommt ist ein Spruch wie neulich von einer Teilnehmerin, die ein herausforderndes Berufsleben hat und die jahrelang im Ashtanga unterwegs war: „Michael, Deine Stunden sind definitiv anders – und irgendwie fehlt mir manchmal gefühlt in der Stunde etwas – aber ich fühle mich hinterher immer genial. Ich weiß nicht, wie Du das machst?“ – Das Geheimnis ist keines: es heißt Prana Vayu-Klaviatur; und die genannte Erfahrung wird man bei jedem Yogalehrer machen können, der diese energetische Klaviatur zu nutzen weiß ...

 

Wenn Du lernen möchtest, wie Du für Dich persönlich und vielleicht auch für Deine Schüler die Prana Vayus gezielt einsetzen kannst, schau doch mal wann und wo ich meinen Workshop „Die 5 Pranas“ anbiete. Gerne komme ich auch für Workshops in Dein Studio oder ein Studio in Deiner Nähe. Bitte sprich mich an!

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Michael Nickel, Stuttgart

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